Wie Sie die Klippe korrumpierter Fake-Rewards umschiffen

Wie Sie die Klippe korrumpierter Fake-Rewards umschiffen

Seit jeher spielen Empfehlungen von Freunden eine wichtige Rolle bei Kaufentscheidungen. Es überrascht also nicht, dass laut Splendid Research 77 % der Deutschen beim Kauf schon einmal den Empfehlungen von Freunden gefolgt sind. Schließlich bieten sie Orientierung und Sicherheit und verringern das Risiko von Fehlkäufen.

Durch das Internet hat sich die Zahl derer, deren Rat wir einholen können, vervielfacht. Davon wird auch reichlich Gebrauch gemacht. Schon 2017 nutzten laut Bitkom 65 % der Konsumenten Produktbewertungen in Online-Shops als Entscheidungshilfe vor dem Kauf von Produkten. Doch die anonymen Empfehlungen im Web haben eine Schattenseite.

Unter die echten mischen immer mehr korrumpierte, also gefälschte oder gekaufte Rewards. Das ist längst kein Geheimnis mehr. Neu ist, wie groß die Zahl ist. Der britischen Verbraucherorganisation Which zufolge, die den Tech-Sektor auf Amazon untersuchte, stammen  87 % der dortigen Bewertungen von nicht verifizierten Käufern.

Einen Ausweg aus dem Dilemma bietet GOOD CHOICE. Angetrieben durch digitale Innovationen eröffnet der Shopper Trend neue Optionen für kuratierte und vertrauenswürdige Empfehlungen. Sie stammen entweder von Personen, die man kennt oder mit denen man sich verbunden fühlt und die sich nicht hinter der Anonymität des Internets verstecken.

Hier sind sechs Best Practices, die Shoppern helfen, sicher durch den Dschungel der Empfehlungen zu navigieren:

DOTE

Die Social-Shopping-Plattform Dote, die sich als „Dream Mall“ für die Generation Z positioniert, will das gemeinsame Einkaufserlebnis mit Freunden wieder aufleben lassen. Dazu hat sie ihre App um ein Livestreaming-Feature erweitert, genannt „Shopping Party“. Mit dieser Funktion können Influencer ihre Online-Einkaufserfahrungen in einem Livestream teilen und via Live-Chat mit den Zuschauern interagieren, während sie selbst das Sortiment durchstöbern. Dote plant auch von Marken gesponserte Shopping Partys zu veranstalten.

DIESEL

Fans von Diesel können sich Belohnungen verdienen, wenn sie ihre Freunde einladen, mit ihnen einzukaufen. Wenn sie sich auf der Plattform SIDE:BIZ als sogenannte D:CODER anmelden, erhalten sie eine individuelle URL für einen eigenen, mit ihrem Account verknüpften Webshop. Diesen Link können sie in den sozialen Medien mit ihren Freunden teilen. Kauft jemand über diesen Link ein, erhalten sie Rabatte von Diesel oder werden mit Geburtstagsgeschenken, Partyeinladungen etc. belohnt. Die Plattform ist Teil der „Be a Follower“-Kampagne von Diesel.

H&M

H&M startet mit „Itsapark“ eine eigene Community-orientierte Beratungsplattform für „wirklich hilfreiche Modetipps“. Auf der Website können die User Fragen zu Mode stellen, die von anderen Usern beantwortet werden. So können sie ehrliche Stilempfehlungen austauschen. Jede Antwort enthält ein Foto oder ein Video sowie eine Liste der shoppable Produkte, die nicht nur bei H&M, sondern auch bei Wettbewerbern erhältlich sind. Itsapark bietet auch eine Discovery-Funktion, mit der User nach aktuellen Mode-Trends suchen können.

CHELFIE

Chelfie ist eine Social-Shopping-Plattform. Unter dem Motto „Shop with Friends“ können die User Fotos von ihren Outfits über die App hochladen, um Live-Feedbacks von Freunden oder Influencern zu erhalten. Chelfie macht die Fotos über die App „shoppable“ und verwandelt soziale Interaktionen in Einkaufsoptionen. Das Unternehmen profitiert nicht allein von In-App-Käufen. Es arbeitet mit Einzelhandelsketten wie Forever21, Naked, Walmart, and Macy’s zusammen und stellt ihnen die Benutzerdaten für prädiktive Analysen bereit.

Foto: Chelfie

VERISHOP

Ziel von Verishop ist es, dass die Shopping Experience wieder Spaß macht, insbesondere beim Online-Shopping. Die Onlineplattform bietet kuratierte Kollektionen von Kleidung für Männer und Frauen sowie Einrichtungs- und Schönheitsprodukte an. Für den Bereich „Tastemakers“ arbeitet Verishop mit sieben Social-Media-Influencer zusammen, die ihre persönlichen Kollektionen auf Basis ihres Stils und ihres Fachwissens präsentieren. Im Bereich „The Responsible Shop“ gibt es eine Auswahl von “clean and conscious products that make you look and feel good”.

NJOMLY

Njomly ist eine in Belgien ansässige Onlineplattform für Delikatessen und schwer zu findende Kochzutaten mit Geschäften in ganz Europa. Weil Foodies äußerst neugierig sind, was Herkunft und Herstellung von Spezialitäten betrifft, können die Kunden von Njomly über ein Livestreaming-Feature mit belgischen Spitzenköchen, Experten und Lieferanten interagieren und sich über einen Live-Chat mit ihnen austauschen. In den Tutorials erfahren, was sie über die Spezialitäten und die notwenigen Kochtechniken wissen müssen.

Foto: Njomly Screenshot via Vimeo

 

Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, was den Shopper Trend GOOD CHOICE antreibt und was ihn für die Zukunft des Shoppings so relevant macht, können Sie unser Short Brief zum Trend hier downloaden.

 


 

Vorschaubild: Diesel

Wolf Thiem
thiem@gretchenfrage.com